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Interested in me reviewing your music? Please read this!

2014-12-31

Ich überlege ja noch...

...ob ich jetzt noch einen letzten Blogeintrag im Jahr 2014 verfasse.


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Nö, mir fällt nichts ein.


Also Guten Rutsch!

2014-12-28

DIE VOID - Die Void

Womit fängt man ein Die Void-Review an? Mit der korrekten denglischen Ausssprache des Bandnamens, nehme ich an. Da dies aber vermutlich schon genügend Leute getan habe, verweise ich Interessierte hiermit an Google.

Der zweite Ansatz ist - ohne die Rolle seiner drei Bandkollegen schmälern zu wollen - natürlich unser guter Sascha Maurer, seit drölfundnuftzig Jahren als guter Metalhippiegeist auf den Bühnen vor allem Steinburgs und Dithmarschens (und drüber hinaus) unterwegs, sei es als Sänger von Metalbands wie z.B. Ritual Steel oder als Coversong-Hure bei Cachura.
Aktuell leiht er den wiederbelebten Folkmetallern Forgotten North sein markantes Organ, sowie den Albersdorfern Die Void, deren Stil sich nicht mal eben in einem Halbsatz in den Raum werfen lässt...
 

DIE VOID - Die Void (2014)

Die Basis ist trockenriffiger, traditioneller Hardrock und früher Metal, auch mal mit dem einen oder anderen unverhohlenen Klassiker-Zitat, doch unter das leicht angepappte Label "retro" lässt sich das Geschehen hier dadurch nicht einordnen.

Denn während die Band spielt, tanzt neben ihr ständig der Krautrock-Gnom und wirft ihnen seltsame Breaks, abrupte Wechsel und Säcke voll magischer Pilze zwischen die Beine.
Zudem ist es auch nicht strenges Konzept, dass wirklich alles aus den späten 60ern bis frühen 80ern zu kommen scheinen muss. So schleichen sich auch moderne Riffs und Leads aus diversen Genres in die Musik, und es entwickelt sich bei Die Void am Ende doch etwas eigenes Neues.

Abgesehen davon, dass die von einem enorm nerdigen musikhistorischem Bewusstsein geprägten Kompositionen insgesamt immer auf dem Grad zwischen schräg und Hymne wandeln, pflegen auch alle Musiker für sich einen eigenen Stil. Davon muss ich vor allem das Drumming von Fiede Nordmann, nebenbei Träger einer der norddeutschesten Namen Norddeutschlands, hervorheben, welches mit seiner Betonung auf reichlich gefüllte Midtempogrooves eines der deutlichsten Markenzeichen darstellt.

Saschas Gesang hat ja, seitdem ich ihn kenne (nein, man frage mich nicht, wie lange das ist!) immer schon die Gemüter gespalten. Dass der Mann ein Unikat und sehr begabter und leidenschaftlicher Vokalist ist, wird dabei niemand bestreiten. Die Klangfarbe seiner Stimme ist nur einfach mal nichts für jeden, weswegen Die Void sicherlich für den einen oder anderen Hörer daran scheitern werden.

Ich persönlich muss sagen, dass mir sein Gesang insbesondere auf dieser Silberscheibe sehr gut gefällt und würde sogar wagen, hier von seiner bisher besten Studioperformance zu sprechen.
Insbesondere bei den beiden Oberkrachern, der epischen, inhaltlich eigentlich eher nach Forgotten North klingenden "Nordseegeistergeschichte" und dem ähnlich breitwandigen Stück, welches absurderweise "Verstehen Sie Spaß" betitelt ist (Krautrockerhumor), probiert er ein paar neue Sachen aus, bei denen man ihn tatsächlich auch mal nicht auf Anhieb erkennen kann. Also passend zur Musik experimentierfreudig statt Routine abspulend. Und das erfolgreich!

Also, ich mag das kleine, aber feine Ding.

Von der 6-Track-Debüt-CD sind aktuell nur noch eine handvoll Exemplare übrig. Die EP ist aber auch digital via Bandcamp zu haben.


Anspieltipps: Nordseegeistergeschichte, Verstehen Sie Spaß, All Creatures Great And Small

BONE MAN - Plastic Wasteland

Tja, meinen musikalischen Top-Listen-Post für dieses Jahr habe ich ja schon verfasst, und nun kommen - bedingt durch das Weihnachtskonzert im Atzehoe - doch noch ein paar Nachzügler hinzu.

Zum Glück habe ich keine Liste der geilsten Coverartworks angelegt. Denn darin würde "Plastic Wasteland" von Bone Man sehr wahrscheinlich ein Platz gebühren. Bei den Alben-Top-15 würde es vielleicht noch einen Platz auf den Kampfplätzen ergattern können. Doch um das beurteilen zu können, ist es natürlich zu früh. Das Niveau meiner mit extrem guten Geschmack getätigten Musikeinkäufe ist dieses Jahr allerdings wirklich hoch.


BONE MAN - Plastic Wasteland (Vinyl) (2014)

Ich habe ja, als ich so mit der frisch gekauften Langrille in der Hand dastand, unken gehört, dass hier jemand die Platte gar nicht mehr so toll fände, dass die "II" ja besser sei und der Opener nicht so openertauglich... Leute, ihr wolltet mich doch veräppeln! Alles Quatsch.

Nun muss ich relativierend sagen, dass die "II" für mich auch noch ziemlich frisch ist, doch die neue Scheibe zündet bei mir spontan insgesamt einfach noch mehr.
Klar, ein "Closer To The Sun" haut man nicht jeden Tag raus - Stücke wie die überragenden "Graveyards" und "Undergrowth" oder auch "Old Brew" oder eben den Opener und Titelsong "Plastic Wasteland" allerdings auch nicht unbedingt.

Stilistisch bleiben ArneMarianÖtzi sich treu und bleiben bei ihrem höchst eigenständigem Gebräu aus dem was mal "Stoner Rock" hieß (bevor Bong den Begriff dieses Jahr mit ihrem ebenso benannten Album in ihrem Sinne umdefinierten), Grunge, Psychedelic Rock und Folk. Die Gewichtung fällt dabei bei jedem Song anders aus, "Wayfaring" beginnt z.B. eine ganze Weile lang nur mit Gitarre und Gesang, der im Vergleich zu anderen Liedern, die sich oft in einen wilden Rausch hineinspielen, eher vertrackte Titelsong ist streckenweise schon eher metalmäßig, usw. usf.

Die größten Highlights befinden sich auf der B-Seite. Wenn der Bass wie bei "Graveyards" konsequent auf einem reduzierten Lauf bleibt, das Schlagzeug dazu wild vor sich hinwütet und die Gitarre einen sich immer weiter steigernden Stimmungsteppich darüber legt, dann entfalten Bone Man - auch live - ihre größte Magie.
Wenn es brummranzt wie in "Flash Land" freut sich wiederum der hartwurstig sozialisierte Kopfschüttler.

Und beim Rausschmeißer "Undergrowth", in dem nochmal so ziemlich alle Zutaten zusammen kommen,  fassen wir uns alle an den fucking Händen und singen Kumbaya my Bone Man kumbaya. Geiles Finale!

Anspieltipps: Undergrowth, Graveyards, Plastic Wasteland


52 Wochen | 48 | infected self

324/365 • infected self

Nein, so dramatisch ist es nicht mehr. Aber dieses Self vom Montag hat es trotzdem verdient, Bild der Woche zu werden.

2014-12-27

BONE MAN, DIE VOID und SPACEKLOTZ live im Atzehoe (26. Dezember 2014)

Nein, über lokale Konzerte mit verkumpelten Bands, mit denen man selbst schon mehrfach gespielt hat, schreibe ich eigentlich prinzipiell nicht gerne. Man will ja nicht befangen schleimen oder, falls es scheiße war, jemanden vor den Kopf stoßen.

Deswegen lasse ich hier erstmal die Info, dass das Weihnachtskonzert gestern im itzehoer Atzehoe ein geiles war, ich meine ohnehin noch angegriffene Stimme nun komplett zu Tode gequatscht habe, und fasse mich ansonsten kurz.


Spaceklotz machen ihr Ding, also die eigenwillige Nacherzählung von Filmklassikern wie "Inframan", "Godzilla" und "King Kong" jedes Mal, wenn ich sehe, ein Stück besser und sorgten für super Stimmung. Auch kompositorisch zeigt der Menschheitsvernichtungsstrahl bei den neueren Stücken klar nach oben.


Die Void konnten sich danach leider nicht so gut präsentieren, wie sie eigentlich (z.B. auf ihrer Debüt-CD) sind, da am Sound leider wirklich gar nichts stimmte. Gesang viel zu laut, Gitarre zu leise usw... Das machte den ja ohnehin auf eine gewisse sympathische Kauzigkeit gebürsteten Rock auf Dauer etwas anstrengend. Deswegen ohne Schuld der Musiker für mich bisher der schwächste Auftritt von Die Void. Das Publikum feierte aber trotzdem.


Bone Man hatten zwar mit versagendem Equipment, wie abbrechenden Fußmaschinenklöppeln und einem brummfurzendenden Bassverstärker zu kämpfen, nach vorne raus störte dies jedoch kaum.
Die kieler Fuzzrocker sind live einfach mal eine Macht, der man anmerkt, dass sie in den letzten zwei Jahren immer und überall Bühnen in Deutschland und Europa zerlegt hat. Was Bone Man spielen, das ist innerhalb der Genres, die sie mit ihrem Stil streifen, schon ein großes Ding. Sauber!


Fotos habe ich diesmal nicht viele zu bieten. Das LED-Bühnenlicht war für meine Harinezumi-Trash-Digiknipse leider nicht stark genug. Wie man sieht war der am besten ausgeleuchteste Fleck der vordere Bühnenrand auf der Gitarristenseite. ;)

Ich brauche nun erstmal ein paar Tage mit minimalen Mitmenschenkontakten, damit ich irgendwann mal wieder vernünftig sprechen kann. Allerdings holen wir Sonntag noch einen Weihnachtsfeiertag mit der Familie nach, also wird das wohl frommes Wunschdenken bleiben und ich mit kaputter Krächzstimme ins neue Jahr rutschen. *krah*


2014-12-21

52 Wochen | 47 | still raing, still sick

321/365 • still raining, still sick

Es ist gar keine Grippe, sondern eine Infektion in der Lunge.

Das schlimmste liegt lange hinter mir, aber den Virus und den damit verbundenen Husten muss ich ich noch loswerden.

2014-12-20

Jahresrückblick Musik 2014

Was Platten und besuchte Konzerte angeht, war 2014 für mich ein ziemlich fantastisches Jahr, welches kaum Wünsche offen gelassen hat.

Hier sind nun also meine Top-Listen (und anderes Gedöns), und sie sind unfassbar unvollständig. ;)


ALBUM TOP 15:

  • LAIBACH - Spectre
    Nach vielen anderen Veröffentlichungen endlich wieder ein "richtiges" Album der Slowenen. Es ist eingängig, manchmal fast poppig - und nahezu perfekt - auch was den Zeitpunkt seines Erscheinens angeht. Denn Laibach sind hier wieder einmal ganz nah am politischen Puls der Zeit.
    Auch live ist jeder Song ein Knaller. Und James Bond benennt sogar seinen nächsten Film nach dem Album. ;)
     
  • GODFLESH - A World Lit Only By Fire
    Bäm! Es herrscht Krieg! Brüll! Die Welt brennt! In die Fresse! Alles ist zum Kotzen! Der brutalste Scheiß 2014. Und neben Laibach das zweite Album in dieser Liste, welches ganz intensiv den Zeitgeist wiederspiegelt. Zornigster Weltschmerz. "New Dark Ages" erwarten uns. Sowohl das Album als auch die vorher erschienen EP "Decline & Fall" unbedingt mit Japan-Bonustracks!



  •  SWANS - To Be Kind
    Ich war mir eigentlich ziemlich lange sicher, dass dieses Album hier ganz oben landen würde, ist es in seiner Gesamtheit doch das größte, monumentalste, ehrfurchtgebietenste Werk des Jahres. Ein gewaltiger, sicherlich nicht ganz leicht verdaubarer Brocken. Man könnte auch sagen Michael Gira as usual, also phänomenal und intensiv.
    Es ist auch nur knapp abgerutscht; am Ende haben sich Godflesh und Laibach in erster Linie ducrh ihre noch größere Aktualität vorgeschoben.


  • CYNIC - Kindly Bent To Free Us
    Es ist ein Cynic-Album, also Musik für die Ewigkeit. Wie immer anders, wie immer grandios. Diese Melodien kann nur Paul Mausvidal. Und was Sean Malone hier am Bass zaubert ist allein schon den Kauf wert. Und doch geht es hier ganz und gar nicht darum, individuelle instrumentale Fähigkeiten zu bestaunen. Die Songs sind einfach fantastisch.


  • LANA DEL REY - Ultraviolence
    Nein, live würde ich mir die Dame nicht geben. Aber im Studio funktioniert ihr Konzept ausgezeichnet und "Ultraviolence" ist ein in sich vollkommen stimmiges, eigenwilliges Pop-Meisterwerk, welches noch lange relevant bleiben wird.
     
  • YOB - Clearing The Path To Ascend
    Brutal, ranzig, meditativ, ergreifend. Die Doom-Götter um Mike Scheidt fahren in vier langen Tracks wieder alles auf, was sie können. "Marrow" ist die Hymne des Jahres.

  • QUEEN - Live At The Rainbow '74
    Der Doppelschlag (zwei Konzerte) aus dem vielleicht spannendsten Jahr der Bandgeschichte. Für mich das beste Queen-Livealbum aller Zeiten. Und auch die einzige Veröffentlichung aus der aktuellen Resteverwertungsflut der Briten, die man haben muss.
  • BLUES PILLS - Blues Pills
    Hype und Retrotrend hin oder her... Die Blues Pills sind einfach sensationell, allen voran Frontfrau und Energieüberschusswunder Elin Larsson. Ein tolles Debütalbum!
  • BEHEMOTH - The Satanist
    Die absolute Death/Black-Metal-Machtdemonstration aus Polen. Wahnsinn!

  • TRANSATLANTIC - Kaleidoscope
    Wahlweise könnte hier auch das Live-Album/Video "KaLIVEoscope" stehen. Epics, epics... and a few shorter songs again.
  • TRIPTYKON - Melana Chasmata
    Meister Thomas Gabriel Fischer trägt immer noch jede Menge Dämonen und Seelenqual in sich. Was er anfasst, das wird monolithisch dunkel und katharsisch böse. Dabei gibt es - anders als live - auch vieles von der ruhigen und doch sinistren Seite der Band zu hören.
  • MONO - The Last Dawn / Rays Of Darkness
    Zwei Alben in einem. Ein entrückender, instrumentaler Postrock-Höhenrausch aus Japan. Warum habe ich den größten Ohrwurm "Recoil, Ignite" eigentlich im Review nicht als Anspieltipp genannt?

  • THE OATH - The Oath
    So schön und schon vorbei. Wirklich schade, da dieses Debüt der Okkult-Metaller(innen) weit mehr als nur vielversprechend war.Von der Sängerin gibt es ja bald als "Lucifer" (auch irre originell, der Bandname) neues zu hören. Ich werde auf jeden Fall reinhören.

  • KRISTEEN YOUNG - The Knife Shift
    Wer hat die Dame nur so sauer gemacht? Und was kann ihr Keyboard dafür? Wie auch immer, schlechte Alben kann die exzentrische Sängerin anscheinend nicht.


  • SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES - Earth Air Spirit Water Fire
    Bei "Molasses" werde ich immer an einer der emotional größten Momente meines Konzertgängerlebens denken müssen. Dass das Album an anderer Stelle auch mal ein wenig hängt, ist schon deswegen geschenkt. Selim Lemouchis Vermächtnis.

Bei etwas anderer Tageslaune hätten es u.a. auch noch Autopsy, Body Count, Bongripper, Colosseum, Conan, der Soundtrack zu "Only Lovers Left Alive" und einige mehr in diese Liste schaffen können... alles sehr sehr eng hier.
Und hätte ich noch Singles, EPs und Re-Releases berücksichtigt, wären evtl. auch Avatarium, David Bowie, Magma, White Hills in die Auswahl gekommen...





KONZERT TOP 10:


Nur je ein Konzert vom Roadburn Festival und Wacken Open Air, das ist im Grunde schon absolut unrealistsisch. Ob Triptykon, Bong, Kreator, da hätten noch einige Gruppen Nennung verdient... Aber auch sonst fällt einiges weg, wie z.B. Colosseum auf Platz 11.



TOP Konzert-BLU RAY:


WIEDERENTDECKUNG 2014:

Ganz klar: Die Vinyl-Schallplatte!

Nachdem mein Musik-Nerdtum in den letzten Jahren doch stark zugenommen hat, juckte es mich Kind der CD-Generation schon eine Weile, mich nach unfassbar langer Abstinenz wieder der ritualisiertesten und genussvollsten Form des Musikhörens zuzuwenden, zumal auch immer mehr Künstler exklusive Vinylveröffentlichungen rausbringen. So gab es den Laibach-Soundtrack zum Dictator's Cut von "Iron Sky" ausschließlich als Doppel-LP (+CDs). Das Ding stand also von Anfang des Jahres an im Regal. Später im Jahr folgte dann meine kleine Nachlässigkeit, als mir bei einer Onlinebestellung nicht auffiel, dass es sich bei einem Jarboe-Album nicht um eine CD handelte...

Und so war es Ende August soweit und ich habe mir ein Plattendrehophon zugelegt und mir seitdem eine kleine, aber feine bunte Sammlung aufgebaut. Diese enthält u.a. diverse neue Alben, die ich hier besprochen habe, außerdem Second-Hand-Schätze u.a. vom United Jazz + Rock Ensemble, Herbie Hancock, Kraftwerk und Colosseum II, und noch weitere Neukäufe, u.a. von Amy Winehouse ("Back To Black" natürlich), Julie Christmas, The Devil's Blood, Chelsea Wolfe, Watchtower, Made Out Of Babies... Außerdem ein paar Alben, die ich zwar schon als CD besitze, aber Vinyl ist halt geil: Morbid Angel, Morgoth, Janelle Monae.

Und was habe ich gelernt? Eine gute Vinyl-Pressung ist durch nichts zu schlagen. Man höre sich den z.T. sehr ruhigen Jazz auf "Same Girl" von Youn Sun Nah an und alle Knistervorurteile sind begraben.
Allerdings habe ich auch schnell bemerkt: Die Qualität schwankt durchaus stark, auch was die Verpackung angeht - was ich aus manchen neuen Hüllen schon an Papiergekrümel und Fusseln herausputzen musste, ist nicht mehr feierlich.

Und dann wünschte ich mir noch einen einheitlichen hohen Standard, was die digitale Bonusfrage angeht: Liegt ein Downloadcode bei? Wenn ja, ist dieser noch gültig? Bekomme ich mittelprächtige mp3s oder verlustfreie wav-Dateien? Kann ich mir das Format (wie z.B. bei Bandcamp) aussuchen?
So böseböse amazon auch sein mag: Bei AutoRip weiß ich, dass ich sofort eine digitale Kopie der Musik bekomme. Es sei denn, es ist amazon.co.uk, da müsste ich natürlich Brite sein... aarrgh. Und wenn man sich eine LP z.B. zu Weihnachten wünscht, also bei Kauf vom Wunschzettel, funktioniert die Option natürlich auch nicht...

Das alles nervt schon etwas. Ich habe zwar einen USB-Player, mit dem ich mir ganz anständige Kopien erstellen kann (denn so geil Vinyl auch ist, am meisten Musik höre ich nunmal gezwungenermaßen nach wie vor am PC und unterwegs), doch so gut wie Originale klingen diese Versionen dann doch nicht.
Die optimale Lösung ist eigentlich, wie z.B. bei der letzten EP von Haken, einfach eine CD beizulegen. Die Kosten für den Tonträger machen den Braten nicht fett - und ich kann die Mucke auch noch im nicht mit USB ausgestatteten Firmenwagen hören.

Aber am schönsten ist es natürlich, die Nadel auf die schwarze (oder oft ja auch schick bunte und/oder transparente) Scheibe zu setzen und direkt den warmen, vollen, organischen Klang aus der magischen Rille zu genießen.

Und was natürlich auch erwähnt werden muss: Ein geiles Cover sieht in groß natürlich noch geiler aus. So eine LP ist einfach der rundum schönste Tonträger.
 


BESTES KONZERT von DAS ROTE UNIVERSUM:
  • Mangels Auswahl fällt die Entscheidung mal wieder leicht: Im April in Windbergen haben wir neben unserem regulären Set noch eine kleine spezielle Unplugged-Show mit Covern u.a. von Voivod, Thought Industry, Slayer und Autopsy gespielt.
Ohnehin habe ich dieses Jahr wohl mehr entstöpselt als verstärkt gespielt. So haben Die FIFA Ultras - leider etwas spät - mit "Weltmeister sein" eine wunderbare Fußball-Hymne geschrieben:


Und dann war da ja noch das Familienkonzert mit Geschwistern und Schwägerin auf der Eisernen Hochzeit meiner Großeltern mit Hits u.a. von Abba, Trio, Emiliana Torrini, Freddy Quinn und der unvermeindlichen Helene Fischer. Man kann seinen Horizont doch immer noch in alle Richtungen erweitern.



ENTTÄUSCHUNG 2014:

Cynic und Voivod haben es leider nicht nach Europa geschafft.

Und ich Knauserer habe es nicht nach Hamburg zu Tori Amos geschafft! Dabei hätte ich zwei Tage vorher noch einen guten Platz bekommen können. Natürlich auch für gutes Geld... aber die Setlist war eine der besten der Tour inkl. "Total Eclipse Of The Heart"-Cover... hrmpf.

Die "Covenant"-Tour von Morbid Angel musste ich leider wegen Erkrankung sausen lassen.

Und alle Jahre wieder: Ob "Slovenian Democracy" "Laibach Revisited" noch jemals erscheinen wird? ;)


VORFREUDE 2015:

Welche neuen Alben erscheinen, habe ich noch gar nicht so auf dem Plan.

Konzertmäßig ist auch noch nicht vieles fest geplant, Laibach und Neal Morse sind aber schon ziemlich wahrscheinlich. Roadburn und Wacken stehen auch fest, d.h. ich kann mich schon auf einige Highlights der beiden Festivals freuen, vor allem aber auf die Fields Of The Nephilim, die ich noch nie live gesehen habe und nun gleich zwei Mal erleben darf!


 

Jahresrückblick Fotografie 2014

Um es gleich vorwegzunehmen: Gerade in der zweiten Jahreshälfte war 2014 ein eher dünnes Fotojahr für mich, was auch daran liegt, dass ich einen guten Teil meiner Freizeit eher in Musik / Schallplatten gesteckt habe.

Aber auch vorher gab es kaum nennenswerte Projekte oder Serien.

Mit der Aufbereitung meiner Filmscans hänge ich gnadenlos hinterher, ich entfussele hier z.T. immer noch Bilder, die ich im April in Holland aufgenommen habe...

Ich habe mir dieses Jahr zwei neue Kameras zugelegt und beide haben frühzeitig das zeitliche gesegnet, wobei ich mir für die zweitze allerdings Ersatz besorgt habe.

Split-Cam

Kamera Nummer eins war die leider zu trashige "Split-Cam", mit der ich es nur auf zwei erfolgreich belichtete Filme gebracht habe. Sehr schade, da die kreativen Möglichkeiten wirklich nicht übel sind.

splitting neumünster

sex fusion


Die andere Kamera habe ich hier schon viel und oft erwähnt, es ist die Digital Harinezumi 3.0, für die ich u.a. den eigen 365-Tages-tumblr Year Of The Hedgehog eingerichtet habe, welche ich aber auch viel auf Konzerten benutzt habe.

Digital Harinezumi 3.0 BACK in BUNT

051/365 • highlander 

Laibach 
 

Sea Palace 

109/365 • sønderborg 

O 

022/365 • canine car


Im März war ich als Musik-Tourist in Amsterdam und Tilburg unterwegs, wobei ich neben vielen Bildern mit den beiden erwähnten Kameras u.a. auch in der Holga Wide Pinhole Camera meinen ersten Lomography Purple-Film ...

Amsterdam 

... und mit der Kodak Instamatic einen der wertvollen 126er-Filme (R.I.P.) belichtet habe:

amstermatic 

Und die Adox Golf war auch dabei:

Amsterdam 


Meine größte fotografische Aktivität lag dann ganz klar im April beim hier schon reichlich erwähnten Roadburn Festival, wo ich u.a. viele Konzertfotos mit der Adox Golf geschossen habe:

ROADBURN 6x6 • Yob 

ROADBURN 6x6 • Avatarium

ROADBURN 6x6 • Candlemass


Das Festival markiert auch den einzigen ernsthaften Einsatz meiner DSLR in diesem Jahr:

WHITEHORSE @ Roadburn 2014 
 
 MONSTER TRUCK @ Roadburn 2014 

TRIPTYKON @ Roadburn 2014 

BONG @ Roadburn 2014 

LOOP @ Roadburn 2014


Nebenbei habe ich in Oisterwijk und Tilburg auch ein paar hübsche Touristenfotos mit der Belair X 6-12 Jetsetter geknipst.

Oisterwijk 

Tilburg 

 
Das Wacken Open Air habe ich fast ausschließlich mit der Harinezumi festgehalten. Und ansonsten gab es dieses Jahr eigentlich nur noch ein paar Einzelfilme mit unterschiedlichen Kameras, und davon wie eingangs erwähnt gerade in den letzten Wochen und Monaten sehr wenige. Auch hier sind viele Scans noch gar nicht aufbereitet.

Hier ein paar Bilder dieser gemischten Filme, welche der geheimnisvolle flickr-Algothythmus am "interessantesten" findet:

*** 

dune-o-rama


EIS 

131313


Und last but not least noch ein mit meiner Tori Diana F+ auf Purple-Film geschossenes persönliches Lieblingsbild:

* 


Dann schauen wir mal, was 2015 kommt!

Konkrete Pläne habe ich noch nicht, allerdings hoffe ich natürlich wieder, einen Fotopass für das Roadburn Festival ergattern zu können. Das Ticket ist ja schon meins. :)


2014-12-18

TORI AMOS - Live In Switzerland 1991 & 1992

Knapp dreißig Stunden würde es dauern, meine Tori Amos-Sammlung durchzuhören. Von daher hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass es noch viele Lücken gibt, die ich mit Vinyl schließen kann.

Tatsächlich habe ich mir vor einigen Wochen das sträflich unterwewertete Band-Album vor ihrem Solodebüt, Y Kant Tori Read auf Schallplatte bestellt. Die angebliche LP entpuppte sich dann aber als mies gebootlegte CD.

Nun aber hat Let Them Eat Vinyl "Live In Switzerland 1991 & 1992" rausgebracht.



TORI AMOS - Live In Switzerland 1991 & 1992 (2LP) (2014)

Ganz neu ist diese Veröffentlichung nicht. Als DVD unter dem Titel "Live At Montreux" treibt sie sich bestimmt seit über fünf Jahren auf meinen amazon-Merk- und Wunschlisten herum. Ebenso lange gibt es die CD. Zugeschlagen habe ich allerdings nie. Schließlich ist meine Tori-Sammlung ja eh schon ganz stattlich, und die Songs natürlich alle bekannt...

Auch wenn der Titel geändert wurde, ist das Material auf dieser Doppel-LP dasselbe. Es sind zwei Konzerte von Tori zu Beginn ihrer Solokarriere, einmal die große Festivalbühne nicht gewohnt vor Veröffentlichung ihres Debüts "Little Earthquakes", und einmal schon viel abgebrühter nach Erscheinen des Albums, welches damals mit einem ganz ordentlichen Hype verbunden war.

Im Grunde ist dies also so ein bisschen Tori Amos' Entsprechung von Queens "Live At The Rainbow", wenn auch nicht ganz so rockhistorisch relevant. Interessant ist die Gegenüberstellung der beiden Konzerte jedoch.

Der Kauf rechtfertigt sich allerdings in erster Linie durch das sympathische "unverdorbene" Konzert von 1991, bei dem die Sängerin noch überrascht war, dass sie noch einmal für eine Zugabe ans Klavier musste.

Das Konzert von 1992 ist an sich auch spitze, die Klangqualität allerdings nicht. Während 1991 angenehm zu hören ist, sind die Aufnahmen von 1992 im Vergleich leider etwas dumpf geraten. Der Gesang wir hier doch manchmal zu sehr vom Klavier untergebuttert. Schade.

Die Setlists sind sich sehr ähnlich, also beide Male "Crucify", "Winter", "Silent All Those Years", "Precious Things" und "Happy Phantom". Auf beiden Platten werden Led Zeppelin gecovert, auf der zweiten als Zugabe auch Nirvana.

Weitere Hinhörer: 1991 das nicht so riesig bekannte "Upside Down" und "Leather".
Und 1992 fand der intensive A-Capella-Song "Me And A Gun" Eingang in das Liveset.

Für Fans ist "Live In Switzerland" auf jeden Fall eine schöne Anschaffung, auch wenn sich ein komplettes Anhören am Stück wegen des genannten Klangefälles zur zweiten LP leider nicht anbietet.


Anspieltipps: China, Winter, Precious Things, Smells Like Teen Spirit

2014-12-02

MONO und HELEN MONEY im Hafenklang, Hamburg (1. Dezember 2014)

Ein Konzert am Sonntag und dann am Montag gleich das nächste? Klar, einen Moment überlegen muss man da schon...
Doch man soll die Feste feiern wie sie fallen, oder wie ein weiser Mann auf der facebook-Veranstaltungsseite zum gestrigen Abend schrieb: Montag = Monotag

Also nichts wie hin ans bitterkalte hamburger Elbufer, wo im zum Glück von vielen Fans körperbeheiztem Hafenklang die japanischen Postrocker Mono aufspielten.


Die Boden der kleinen Bühne war zunächst mächtig zugestellt, da dort nicht nur die umfangreichen Effektboards der beiden Gitarristen, sondern auch die noch wesentlich massigere Tretminensammlung des Support-Acts Platz finden mussten.
Bei jenem handelte es sich um die solo auftretende Cellistin Helen Money, welche mit reichlich Brummwumms, Effekten und Loops ihre advantgardistischen Instrumentalstücke präsentierte.
Zum Teil war das schon ziemlich mächtig, wild, erhaben, anderseits wirkte manches auch ein wenig zerfasert. Ählich wie neulich bei Pharmakon im Vorprogramm der Swans, fehlten mir da bei aller Kunst ein wenig die Songs.
Schon nicht schlecht, aber bei einem zwei, drei Stücke längeren Set wäre ich wohl schon irgendwann ungeduldig geworden.





Danach wurde es dann monomental.

Erzählt man, dass von vier Musikern drei (beide Gitarristen und Drummer) fast die ganze Zeit sitzen und alle dabei über lange Strecken sehr in sich gekehrt wirken, klingt das nicht unbedingt aufregend.

Tatsächlich hatte auch ich vor dem Konzert die leise Befürchtung, mangels Alternativen ständig auf den wippenden roten Stöckelschuh der Bassistin, welche zeitweilig auch am Keyboard oder Glockenspiel zu finden ist, starren zu müssen. Aber zum Glück versperrte mir erstens trotz meines Platzes in der ersten Reihe eine Monitorbox die Sicht darauf, und zweitens war dann doch alles, was auf der Bühne geschah, spannend anzusehen.

Und vor allem fantastisch anzuhören war es! Die Musik von Mono ist infernalisch schön. Mit an sich sehr einfachen Mitteln schichtet die Instrumental-Band Atmosphären und Weltfluchtsmelodien übereinander, wie ich es live noch nicht vergleichbar erlebt habe. Die Lieder, schwerpunktmäßig von den beiden neuen Zwillingsalben "The Last Dawn" und "Rays Of Darkness", beginnen oft leise und türmen sich zu immensen, ergreifenden Soundwänden auf, ohne dabei an Glanz einzubüßen.
Es sei denn, die Band will das so. Denn Mono können neben dem Schönen auch das Hässliche und walzen einen plötzlich mit ohrenzerfetzender Urgewalt in Swans-Manier in Grund und Boden, während sich der Leadgitarrist, sein Instrument längst abgelegt, ebenfalls auf jenem windet und an seinen Effekten nur noch das schrille Restrauschen musikalischer Feingeistigkeit moduliert.

Wo einen die Swans nach dem Konzert allerdings als zermürbte blanke Hülle zurücklassen, spenden Mono Träume und Inspiration. Was für ein Erlebnis! Wunderbar.