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2013-09-15

PSMS - Live in Tokyo (Blu Ray)

Und noch einmal Mike Portnoy! Und dazu ebenfalls schon wieder Billy Sheehan.

Das hatten wir doch neulich schonmal, sowohl live als auch auf Platte. Musikalisch ist diese Live-Blu Ray (auch als DVD und Audio-CD erhältlich) allerdings eine ganz andere Geschichte als die Winery Dogs.

Achtung, Musiknerd-Alarm!


PORTNOY SHEEHAN MCALPINE SHERINIAN - Live in Tokyo (2013)

Wie der "Name" - Amazon kann sich nicht einmal intern entscheiden, ob man das Ding abgekürzt oder nur unter "Portnoy" verkaufen möchte -  schon vermuten lässt, handelt es sich hier um ein klassisches Supermusikertreffen, bei dem alle Beteiligten ordentlich angeben dürfen.

Ursprünglich hatte Mike Portnoy die Gruppe als einmalige Geschichte für ein Drummer-Event zusammengestellt, aber als man merkte, dass es gut lief, wurde noch eine Europa- und Asientour dazugebucht. Davon, dass diese abseits der Bühne vollkommen chaotisch und voller Spinal Tap-Momente verlaufen sein soll, wie die Beteiligten es im "Behind The Scenes" erzählen, merkt man der in Japan aufgezeichneten Performance zum Glück nichts an.

Portnoy, Sheehan, Ex-Dream Theater-Keyboarder Derek Sherian und der zum Teil achtsaitig aufspielende Supergitarrist der Steve Vai-Schule Tony MacAlpine virtuosieren sich bis auf die Zugabe "Shy Boy" instrumental durch einen bunten Katalog von Stücken ihrer Bands, Solokarrieren und Kooperationen. Derek Sherinian, Talas, Liquid Tension Experiment, Dream Theater, Tony McAlpine, Billy Cobham und Jeff Beck heißen also die Originalinterpreten.

Das Ganze ist natürlich insbesondere für Musikpolizei ein Fest, klingt einwandfrei und wurde auch sehr schön abgefilmt. Ein feines Dokument spielfreudiger Progfrickelei!


Anspieltipps: Apocalypse 1470 B.C., Lines In The Sand, Billy Sheehan Bass Solo, Shy Boy

Minox C - Die Kleinstbild-Spionageknipse

Hatte ich irgendwann mal versprochen, ein Review zur Belair zu verfassen? Sorry, das muss noch ein wenig warten...

Stattdessen sei hier kurz eine historische Kamera eingeschoben, über die ich zwar nun keinen ausführlichen Text schreiben möchte, die aber doch so ausgefallen ist, dass sie einer Erwähnung hier im Blog würdig ist:

Die Minox C.


Wie man sieht, ist das Ding sehr handlich. Neulich am Einlass vom Ärztival ist es den Ordnern in meiner Hosentasche noch nicht einmal aufgefallen. Eine echte Agentenkamera, die während des Kalten Krieges tatsächlich benutzt wurde, um z.B. Dokumente abzufotografieren.

Ein belichteter Farbfilm war in meiner Kamera noch drin.
Insgeheim hatte ich natürlich gehofft, darauf kurz vor der Wahl noch kompromittierendes Material über Frau Dr. Mutti zu finden, doch leider war auf dem überalterten und zusammenklebenden Film nichts mehr zu erkennen und er reichte nur für etwas abstrakte Scan-Kunst...


Mit meinem ersten eigenen Film, einem für das winzige 8x11-Millimeter-Format umkonfektionierten Ilford Delta 100, war ich zum Glück etwas erfolgreicher.
Leider ist aber auch hier nur etwa ein Drittel der Fotos etwas geworden, da ich nicht wusste, dass die manuellen Verschlusszeiten nicht mehr funktionieren, man also nur noch im Automatik-Modus fotografieren kann.


Hier ein paar Resultate in größer:

Available-Light-Test mit exzentrischem Filmanfang

Gestrypp-Close-Up

Schattenspiele

Self mit Ärztival-Reisegruppe in Bremen
(mein persönliches Lieblingsbild)

BelaFarinRod live

Das berüchtigte itzehoer Millionengrab-Parkhaus

Mehr Fotos gibt es in diesem Flickr-Album zu sehen!

Das Scannen ist zwar nicht ganz einfach, aber die Handhabung der Kamera ist schon irgendwie witzig. Von daher wird dies nicht mein letzter Minox-Film gewesen sein.

Da dieser Miniaturfilm aber nur sporadisch hergestellt wird, kann es aber durchaus noch eine Weile dauern, bis ich überhaupt in der Lage bin, weiter in die Welt der Fotospione einzutauchen.

NEAL MORSE - Live Momentum (Five Disc Set)

Noch knapp eine Woche bis zur neuen Dream Theater und ich hatte ja neulich im James LaBrie-Review schon angekündigt, vorher noch einige Veröffentlichungen aus der DT-Familie hier durchgehen zu wollen. Und da macht natürlich der Ex-Drummer Mike Portnoy am meisten Arbeit (und das, obwohl ich weit davon entfernt bin, Komplettist zu sein).

Nach dessen Debüt mit der neuen Gruppe The Winery Dogs folgte vor ein paar Tagen das dazugehörige Liveerlebnis in Hamburg, für mich bisher das Konzert des Jahres.
Den zweiten Platz Zwei in meinem diesjährigen Live-Ranking belegt ebenfalls Herr Portnoy, diesmal in Diensten von Neal Morse. Kurz nach dem 25. Februar in der Markthalle habe ich mir dann auch das zur Tour passende Bild- und Tondokument besorgt:



NEAL MORSE - Live Momentum (Five Disc Set) (2013)

Wie von InsideOut gewohnt, wird bei Live-Veröffentlichungen nicht gekleckert, und so kommt "Live Momentum" als Digipack mit drei CDs und zwei DVDs. Diese enthalten neben dem Konzert noch eine ausführliche Tourdoku, die man sich als Fan zumindest einmal gut anschauen kann.

Die Musiker und die Basis des hier festgehaltenen Sets sind die selben wie in Hamburg, von daher spare ich mir hier faulerweise auch, alles zu wiederholen. Anders als in Europa spielte Meister Morse auf seiner Amerika-Tour zu "Momentum" allerdings ohne Support, so dass das Programm entsprechend länger ausfiel. Dreizehn Songs und satte einhundertundfünfundsechzig Minuten lang, um genau zu sein. Freunde des von Morse / Portnoy gelebten Mehr ist mehr werden also fürstlich bedient.

Epische Songs, griffige Melodien, musikalische Virtuosität, hervorragende Harmoniegesänge, Spielspaß ohne Ende - für Progfans bleiben hier keine Wünsche offen. Einzig die vom Schlagzeuger gesungene (und dafür vom Chef betrommelte) The Osmonds-Coverversion "Crazy Horses" fällt hier ein wenig aus dem Niveau-Rahmen. Zum Glück macht der Soli-Teil im anschließenden "Sing It High" diesen kleinen Aussetzer schnell wieder vergessen.

Als Atheist muss man sich vielleicht zunächst etwas an den dezenten religiösen Unterton gewöhnen, aber das Thema möchte ich nicht schon wieder aufwärmen. Schließlich ist Neal einer von den Guten. Und ich habe im Review zum 2010er Livealbum "So Many Roads" auch schon alles wesentliche diesbezüglich gesagt.

Ich bin von "Live Momentum" wunschlos begeistert und kann das Album/Video auch als Einstieg in das Werk des Künstlers nur bedenkenlos empfehlen.
  

Anspieltipps: Author Of Confusion, World Without End, The Conflict, Momentum, Sing It High

2013-09-11

THE WINERY DOGS live in Hamburg, 10.09.2013

Ohrwurm frisst Ohrwurm frisst Ohrwurm frisst Ohrwurm... Was für ein phänomenales Konzert das gestern im Knust war!

Zunächst einmal begann der Konzertabend ja etwas enttäuschend, da es die deutsche Nationalelf leider nicht schaffte, noch vor neun Uhr das Runde ins färöer Eckige zu befördern.

Auf der Bühne lief es dann aber zum Glück besser. Angetrieben von einem funky Vollbartbassisten und einem wildem Drummer im rosa Ron-Burgundy-Shirt legte dort die fünfköpfige Gruppe The SixxiS einen eigenwilligen, modernen Progrock mit Powermetaleinschlag aufs Parkett, zu dem mir jetzt so gar nicht die passende Referenz einfallen möchte. Aber für Hörproben gibt es ja jetzt dieses Interdings! Auf jeden Fall schon nicht schlecht.


Was um kurz nach zehn geschah, als die Herren Richie Kotzen, Billie Sheehan und Mike Portnoy die Bühne betraten, war allerdings noch eine ganz andere Liga.

Alles, was die The Winery Dogs auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum versprochen hatten, das wurde in ihrem fast zweistündigen mehr als nur eingelöst.
Zu hören gab es alle 13 Songs Albumtitel inkl. verlängerter Passagen plus japanischer Bonustrack plus vier Cover- bzw. Kotzen-Stücke plus ein erstaunlich kurz gehaltenes Drumsolo und ein vollkommen irrwitziges Bass-Solo.

Wenn es zwischen den drei Akteuren eine Zuständigkeitenaufteilung gibt, dann ist ohnehin der Wahnsinn Billy Sheehans Domäne. Wie scheinbar vierhändig dieser Verrückte Bass spielt und was für Laute er dem Instrument entlockt, das gibt es kein zweites Mal und wäre alleine schon hervorragendes Entertainment.

Mike Portnoy ist hier erstaunlicherweise weniger der Klassenclown, sondern schon eher die Stimme der Vernunft, die alles zusammenhält, während Richie Kotzen mit seinem starken Jimi-Hendrix-Einschlag im Gitarrenspiel und dieser überragenden rockigbluesigsouligfunkigen Stimme ganz klar das emotionale Zentrum, die Seele des Trios darstellt.
Sein Gesang wird ja oft mit dem Chris Cornells verglichen, und auf YouTube laufen unsinnige Schlagabtausche, wer denn besser ist. Als ich auf der Rückfahrt nach einer Weile das Radio einschaltete, lief gerade "Blackhole Sun". Ich würde mich klar für Herrn Kotzen entscheiden.

Das ganze Auftreten der Winery Dogs ist ungemein souverän, versatil und powervoll. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sich da eine seit Ewigkeiten etablierte Band mit einem Programm voller Klassiker mit einer intimen Clubtour eine Pause von den ganz großen Bühnen nimmt.

Band sollte man in diesem Zusammenhang vielleicht auch betonen, da man ja gerade von Mike Portnoy rekordverdächtiges Multitasking zwischen verschiedenen - stets hochklassigen - Projekten gewohnt ist.

The Winery Dogs sind nun jedoch seine vollwertige, hauptberufliche Gruppe. Und das muss er uns nicht sagen, das spürt man einfach an der Energie und Chemie auf der Bühne. Spricht man von Powerrock-Trios, so führt an diesen drei Meistern ihres Fachs in Zukunft kein Weg vorbei.

Für mich bisher ohne Zweifel das Konzert des Jahres. Mehr davon bitte!