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Interested in me reviewing your music? Please read this!

2009-05-30

Jesu live 2007

Passend zum letzten Review hier noch ein Video von Jesu:



(Am besten erstmal auf Pause klicken und eine Weile buffern lassen!)

JESU - Why Are We Not Perfect?

- real time review -



JESU - Why Are We Not Perfect? (2008)

Justin K. Broadrick ist ein Minimalist, der im Grunde seit 1988, dem Gründungsjahr seiner alten Hauptband Godflesh ein relativ eingegrenztes, aber mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattetes musikalisches Konzept immer wieder um kleine Nuancen variiert und damit doch oft erstaunlich große Unterschiede bewirkt.
Zwei der größten dieser Schritte waren wohl als 1996 auf Godflesh's "Songs Of Love And Hate" erstmals ein echtes Schlagzeug statt des obligatorischen Drumcomputers zu hören war und natürlich die mit dem Debüt des Nachfolgeprojekts Jesu verstärkte Hinwendung von den aggressiven und nihilistischen Klängen Godfleshs hin zur (auch früher schon immer unterschwellig vorhandenen) melancholischen - und vor allem laaaangsamen Seite.

Der Schritt von der vorangegangen EP "Lifeline" zu "Why Are We Not Perfect?" war ein eher kleiner. Oder?
Nach einem Beinahe-Solowerk, auf dem nur ein Track von einer Band (plus Gastsängerin) eingespielt wurde, liegt nun mal wieder ein lupenreiner Broadrick-only-Release vor.
Wie "Lifeline" ist Perfect großenteils sehr gemächlich, im direkten Vergleich aber deutlich programmierungs-/keyboardlastiger. Zum Teil hat der Mastermind hier seine Gitarre fast komplett zurückgefahren. Unter dem für Jesu-Verhältnisse fast schon optimistisch hellen Synthieteppisch brodelt der Bass aber nach wie vor gewaltig. Dazu quellen - vor allem im rhythmisch flotteren "Blind And Faithless" - auch mal die einen oder anderen nicht so ganz geraden Töne hervor, so dass sich ein Easy-Listening nicht einstellen mag. Und das ist natürlich auch gut so!
Nach drei Tracks gibt es - eine alte aus Godflesh-Zeiten bekannte Tradition - noch zwei alternative Versionen zu hören, welche zwar vielleicht nicht unbedingt sein müssten, aber auch keinesfalls stören. Ich kann mich immerhin bisher noch nicht entscheiden, welche Version von "Farewell" und dem Titelsong ich vorziehe.

Sehr gut zu jenem passt übrigens mal wieder das extrem reduzierte, monochrome Layout der CD.

Eine schöne EP in gewohnter Jesu-Manier also?
Auch wenn es sich oben anders lesen mag, ist diese Veröffentlichung tatsächlich die vielleicht bisher schwächste unter diesem Namen. Das heißt allerdings nicht allzuviel, da die Musik an sich ja immer noch originär und weit aus der Masse herausragend ist.
Kein Einstiegstipp für Leute, die die Band noch nicht kennen, aber für Fans auf jeden Fall zu empfehlen!


Und wem dieses Review nun gar nichts sagt, der kann sich das Teil natürlich auch einfach komplett als Stream anhören: whyarewenotperfect.com

2009-05-27

KRISTEENYOUNG - The Orphans

- real time review -



KRISTEENYOUNG - The Orphans (2006)

Eigentlich halte ich das Konzept von Rockmusik als Instrument der Rebellion und des Aufbegehrens ja generell für ziemlich ausgelutscht, einfach weil jene, gegen die rebelliert werden soll (meistens ist es ja die Elterngeneration) das Spiel schon selbst aus der eigenen Jugendzeit kennen. Naja, was ich sagen möchte ist, dass es in der Regel schon mehr braucht als ein paar provokante Textzeilen, um mich zu beeindrucken.

Die Dame mit dem Namen Kristeen Young, songwritende, singende und tastenspielende Hälfte des Duos Kristeenyoung (Ob ich zu Hause wohl mal vorschlagen sollte, meine Band in Stephanohlsen umzubennen? *g*) hat in der Tat einiges mehr auf dem Kasten.

Aber erst einmal ist da schon die beeindruckende Trotzigkeit und Vehemenz, mit der sie eben doch rebelliert und dabei scheinbar vor niemandem inkl. ihren Fans und Idolen halt macht.
Schon im Opener "Kill The Father" macht sie klar, wo die Reise langgeht, stößt Prince, Led Zeppelin, David Bowie, Blondie, die Beatles... alle ihre Vorbilder von der Bühne: "We'll take it from here now."

In "Under A Landlocked Moon" kokettiert sie mit den Klischees, die mit ihrer Herkunft aus St. Louis im Bible Belt der Vereinigten Staaten verbunden sind. (Und wenn ich da jetzt geirrt habe, trifft die Zeile "But you don't know exactly where it's placed, right?" wohl auch auf mich zu.)

Klar, es steht in Wikipedia und jeder Rezensent bezieht sich darauf: Miss Young ist halb Deutsche, halb Apache, wurde jedoch als Kind zur Adoption freigegeben und wuchs in einem fundamentalistisch christlichem Haushalt auf, gegen den sie sehr oft und heftig - na klar - rebellierte. Kann man diese Tatsache nicht auch einfach außen vor lassen? Kaum, denn wie der Albumtitel "Die Waisenkinder" schon verrät, hat sie mit diesem Kapitel ihres Lebens mitnichten abgeschlossen.

Ganz deutlich wird dies auch im wohl intensivsten Song des Albums, "Life's not short, it's sooo long". Wer ein bisschen Lebenserfahrung hat wird angesichts des Titels zunächst denken: Quatsch, das Leben ist verdammt kurz. Wenn man dann aber Zeilen wie "Waiting to turn 18 [...] waiting to be cut free [...] where is my childhood dream? Life's not short; it's so long." vernimmt, sieht man schnell ein, dass es gerade bei vermeintlich allgemeingültigen Sprichwörtern immer mehr als bloß eine Wahrheit gibt.

Das humorvollste Aufbegehren findet sich am Ende des Albums mit dem bewusst leicht überlangen "Before", in dem nichts anderes besungen wird als das Lied selbst: Bevor der Drummer sagen kann, dass es schwul ist, ist es mein Baby. Bevor der Produzent Teile herausnehmen kann, spiel ich es den ganzen Tag. Du solltest Dich glücklich schätzen, es überhaupt hören zu dürfen. Nicht eine Note ist falsch. Nein, keine...
Und zum Abschluss, bevor man etwas einwenden kann, fängt sie an, wie ein kleines beleidigtes Mädchen die Ohren zuzuhalten und wild herumzujaulen. Herrlich!

Funktionieren tut dies alles natürlich nur, weil auch die Musik absolut überzeugend ist. Selten hört man mehr als Stimme und Klavier von Frau Young und das zunächst grob wirkende, aber sehr effektiv auf den Punkt gespielte Schlagzeug ihres Partners Jeff White.
Apropos White: der rohe, direkte Sound des Duos lässt durchaus Vergleiche mit den White Stripes zu, auch wenn's stilistisch natürlich eine andere Baustelle ist.

Dennoch: Wer glaubt, weil hier Klavier gespielt wird, gibt es nur weichgespülte Balladen zu hören, der irrt gewaltig. Auch so ein Tasteninstrument kann schon sehr brutal zu Werke gehen. Kein Zweifel, was Kristeenyoung bieten ist alles andere als leichte Radiokost, sondern Musik die ganz klar rockt, emotional mitreißt, aber zuweilen auch verstört. Ganz großes Ohrenkino also!

Meine persönlichen Anspieltipps sind neben den schon erwähnten "Before", "Kill The Father" und dem ganz grandiosen, den Kauf alleine schon rechtfertigenden "Life's not short, it's soo lng" auch das rhythmisch sehr interessant arrangierte "9" und der ergreifende Beinahe-Lovesong "(But It's All Just) Imagined". Ach, eigentlich ist das Album wirklich rundum zu empfehlen. Ich bin zutiefst beeindruckt und habe die Scheibe seit Wochen in Dauerrotation.

Morgen kommt allerdings vielleicht die Ablösung. Denn da erwarte ich das neue Werk "Music For Strippers, Hookers And The Odd On-Looker" in meiner Post. :)

2009-05-24

52 Wochen | 21

365 days | 169 | forgotten north

23. Mai, Glückstadt: Nach fast einem Jahrzehnt der erste Auftritt von Forgotten North - geil gemacht, Jungs (und Mädel natürlich)!

alle Fotos HIER!

aufgeräumt!

Ich wollt's mal wieder etwas anders haben:

D E R O H L S E N . d e

Sind sogar ein paar Bilder dazwischen, die sonst nicht im Netz zu sehen sind.
Die Galerien werden natürlich zukünftig ab und zu ergänzt und modifiziert.

2009-05-17

Pinhole & Commie Camera Day

oder: Von den Pflichten eines linientreuen Flickrianers


Flickr ist ja bekanntermaßen eine Hochburg des selbstauferlegten Gruppenzwangs. Aus unzähligen Pools sucht man sich freiwillig beliebig viele aus und unterwirft sich den jeweiligen Regeln.
Bei besonders an quantitativ hochwertiger Aufmerksamkeit interessierten Mitgliedern sind vor allem solche Regeln beliebt, die besagen, dass man für jedes selbsteingestellte Bild mindestens 10 favorisieren und/oder mit einem bunt blinkenden Award schmücken muss.
In solchen Gruppen finden sich von mir allerdings nur wenige Bilder, welche direkt dorthin eingeladen worden sind. In solchen Fällen nehme ich die Einladung meistens an, nehme mir aber die Freiheit, den Regelteil zu ignorieren. ;)

Nein, wenn ich ehrlich bin, stehe ich auf diese Art Gruppenzwang wirklich nicht.
Nach meinem Geschmack sind da schon eher Gruppen, die einem vorschreiben an einem bestimmten Tag mit bestimmten Kameras rauszugehen.

Da gibt es z.B. den auch außerhalb von flickr schon länger am letzten Aprilsonntag zelebrierten Worldwide Pinhole Camera Photography Day, welcher ganz der linsenfreien Filmbelichtung gewidmet ist.
Lochkameras haben ja tendentiell mit Bastelei zu tun, was mir eigentlich nicht so liegt. Trotzdem wollte ich dieses Jahr mal daran teilhaben.

Schon einige Wochen habe ich mich erstmal digital an das Thema herangetastet und mir dieses Loch an meine 400D geschraubt:

Was mit diesem Simpelobjektiv für Bilder entstehen, habe ich u.a. auch schon in der 13. Kalenderwoche hier im Blog gezeigt.

Eine Weile später habe ich mir dann grob nach Anleitung meine analoge Kamera für den 26. April gebastelt. Für mein Empfinden gilt bei Lochkameras: je größer das Filmformat und je weiter der Winkel, desto mmmmh. Da ich mir diesbezüglich noch Steigerungspotential offen lassen wollte, habe ich mich erstmal für ein ein zierliches Modell entschieden, welches auf einem 126er-Kassettenfilm (=Instamatic) basiert, welcher mit etwas schwarzer Pappe und Klebeband hierzu erweitert wurde:
instamatic pinhole camera

Da das Ding wirklich extrem leicht ist und ich die meisten Bilder aus der Hand aufgenommen habe, sind die meisten der 24 Aufnahmen (manche davon mehrmals mit unterschiedlichen Belichtungszeiten) der Kategorie Ausschuss zuzuordnen.

Mein Lieblings-WPPD-Bild:

WPPD 2009




Kommen wir zum zweiten wichtigen Datum. Am 1. Mai (wann auch sonst?) fand erstmals der International Commie Camera Day statt. Wie der Name schon andeutet, geht es dabei um die Huldigung kameratechnischer Erzeugnisse aus dem Gebiet des ehemaligen Warschauer Paktes.
Ich habe ihm zum Anlass genommen, meine drei Ostblock-Apparate u.a. in Neumünster auszuführen.

Pouva Start (DDR) und Zenit ET (UdSSR) - letztere sogar mit 1976 abgelaufenem russischen Svema-Film bestückt - haben mir dabei auch ein paar schöne Resultate geliefert.

Die Kiev 88 hat mich leider wieder mal maßlos enttäuscht, da sich erneut der Verschluss verabschiedet hat. Dass es bei den Bodies Zuverlässigkeitsprobleme gibt ist ja bekannt, aber mein Pech mit den Teilen (ohne Bedienfehler drei geschrottete Kameras in nicht einmal anderthalb Jahren!) ist nun wirklich leicht übertrieben.
Momentan bin ich also in der Beziehung etwas frustriert und werde mich eine Weile um andere Gerätschaften aus meiner Sammlung kümmern. Und wenn mich der Hunger auf Mittelformatfotografie mit hammergeilen Volna-, Calejnar- und Arsat-Fisheye-Objektiven dann doch wieder packt (wovon auszugehen ist), werde ich diesmal in eine hoffentlich weniger anfällige, modifizierte Version direkt vom Fachmann investieren.

Naja, sei's drum, hier ein paar meiner ICCD-Highlights:

iccd : barrow

iccd : man/woman

iccd : bike

ICCD : route 430

ICCD : money


Alle ICCD-2009-Bilder hier!

52 Wochen | 20

365 days | 161 | rahmenkunst

2009-05-15

lost in music

Wow, ich war lange nicht mehr so durch medialen Einfluss überwältigt wie gestern! ;)

Zunächst einmal begann der Tag mit einem TNT-Brief, in der sich Exemplar Nr. 34 der Debüt-CD von Exivious befand. Ultrahochwertige Fusion/Metal-Intrumentalfrickelei vom Allerfeinsten! Also eigentlich genau wie schon aufgrund der Appetitanreger auf myspace erwartet. :)
Ganz unabgelenkt (von Straßenverkehr bzw. anderen Aktivitäten am PC) konnte ich das Meisterstück bisher noch gar nicht hören; da gibt's bestimmt noch vieles zu entdecken.

Der Hauptgrund für meine Überwältigung war allerdings "The Incidence", das Finale der fünften Staffel von Lost. Keine Angst, über die Handlung will ich hier gar nicht rumspoilern... Aber was die Serie immer wieder an Wendungen raushaut, und wie sie es schafft, das man plötzlich Dinge, die 100 Folgen vorher geschahen in ganz anderem Licht sieht, das ist einfach ganz groß und im Fernsehen einmalig. Und dann dieses Finale, nach dem mal wieder vollkommen offen ist, in welche Richtung sich die Sache nächstes Jahr entwickeln wird... Besser geht's gar nicht.

Ich habe definitiv zu wenige Lost-Jünger in meinem Umfeld. Und mit einem Programmhinweis auf Pro7 jemanden zu missionieren geht ja schon deswegen nicht, weil die Synchronisation von Staffel zu Staffel immer grausamer und fehlerhafter wird. Das kann sich ja kein Mensch mehr antun. Schon traurig, was da alles verloren geht und dem hiesigen Mainstream so auf ewig verborgen bleibt.

Zurück zu Exivious. Das ist tatsächlich die erste aktuelle CD, die ich mir dieses Jahr gekauft habe. Wir sind noch im zweiten Quartal, also denke ich, dass ich die satten drei Stück von 2008 durchaus noch überbieten kann. ;)
Genügend (schon erfolgte oder angekündigte) Veröffentlichungen, die eigentlich Pflicht sind, gibt es ja: Kristeenyoung, Voivod, The Mars Volta, Dream Theater, Tori Amos, Depeche Mode... und der größte Hammer - Gott Neal Morse sei dank: Traaansaaaaatlaaaaaantic! *beeet*

So, für heute genug gehuldigt. Gute Nacht!

2009-05-11

52 Wochen | 19

365 days | 152 | adidas

Der Ohlsen, Held des Sports.

Ok, ok... Aber immerhin laufe ich momentan schon mehrmals die Woche jeweils so ca. 50 bis 90 Minuten lang. :)